Philosophie  
 
 
   

MAKROPOLITAN - Naturabstraktionen

Naturfotografien mit dem Macro – Objektiv


Die Motive sind in ihrer Reduziertheit und Isolation aus dem realen Umweltkontext herausgelöst und nicht mehr direkt ihrem ursprünglichen „Sein“ zuzuordnen.

Phantasiegebilde treten in den Vordergrund, ebenso wie Farbe und Struktur des jeweiligen Objektes.

Baumstrukturen, Felsstrukturen, Blütenstrukturen... bekommen durch die Nähe des Auges des Betrachters eine Intensität, die, würde man den Gegenstand aus einer größeren Entfernung betrachten, nicht zu Tage treten würde. Die konzentrierte Sichtweise auf ein winziges Detail lässt uns die starken Kräfte , die sowohl im Inneren wie auch durch äußere Einflüsse wirken, erspüren.

Je mehr konzentrierte Kraft man auf einen Punkt richtet, desto mehr Kraft drängt wieder nach außen.  Nähe entsteht durch Konzentration auf eine Sache, durch neugieriges Nähertreten, durch fragendes Nachdenken, durch genaues Hinsehen und Wahrnehmen.

Durch die Veränderung des Wirklichkeitsverhältnisses treten Veränderungen in unserer Wahrnehmung auf. Ob ich einen Baum, eine Blüte, einen Felsen oder das Meer als Gesamtobjekt betrachte, oder ob ich so nahe an das jeweilige Objekt herangehe, dass es sich in seiner Eindeutigkeit auflöst, so bekomme ich eine Ahnung dessen, was die dynamischen Kräfte im Inneren auf der äußeren Schicht als Spur hinterlassen. Die Form des Erscheinenden reizt, regt an und ermöglicht den Blick auf eine neue Welt.

Schaut man nun um sich hat man eine unendliche Fülle von abstrakten Bildern, die unsere bisherige Wahrnehmung auf ein vielfaches erweitert. Die Dimensionen des uns an Bildern umgebenden wird  riesig groß und lässt erahnen wie viel Kräfte im Verborgenen wirken.

Nicola Rakutt 2008